Home » Dalherda » Orgelkonzert in diesem Jahr in Dalherda

Orgelengel, Anfang 17. Jh.

 

Wie die Orgel der Hettenhäuser Kirche mit einer Dresdener, so ist die Orgel der Dalherdaer Kirche mit einer Ostheimer Werkstatt verbunden, aber zuerst erbaut wurden beide Orgeln von Thüringer Meistern: von Adam Eifert aus Stadtilm und von Ludwig Ratzmann aus Ohrdruf.

Von 1850 bis 1990 konnte die Dalherdaer Orgel erhalten werden, zuletzt war sie allerdings verfallen und nicht mehr zu spielen. 1992 wurde sie abgebaut, in der Werkstatt der Firma Hoffmann und Schindler in Ostheim restauriert und 1994 erneut aufgebaut. Acht Jahre später zerstörte eine missglückte Holzwurmbekämpfung die kunstvoll wiederhergestellte historische Orgel. „Ich hätte heulen mögen“, sagt Christoph Schindler bei einem Besuch in Ostheim Anfang Juli und er zeigt mir Dokumente aus der Zeit der Restaurierung, darunter einen Artikel aus der Fuldaer Zeitung vom 22. September 1994 mit der Überschrift „Akustisches und optisches Kleinod“.

Es half nichts, der historische Materialbestand musste „entsorgt“ werden, aber eine Rekonstruktion war möglich. Die neue Orgel aus dem Jahre 2004 besitzt die gleichen Qualitäten wie das alte Instrument.

In der Ostheimer St. Michaelskirche, bekannt als „Kirchenburg“, befindet sich an der Westempore die Abbildung eines „Orgelengels“ (Anfang 17. Jh.). Im Gespräch mit Christoph Schindler und seinem Sohn Dominik Schindler kann ich mich auf dieses Bild beziehen, denn die Dalherdaer Orgel hat nur ein Manual, aber sie verfügt über eine „leichte, filigrane Spieltraktur“, die dem Organisten vor allem bei Orgelimprovisationen und im Zusammenspiel mit anderen Musikern viele Möglichkeiten bietet.

Bei einem Rundgang durch die Werkstatt zeigt mir Dominik Schindler alles, was zum Bau und zur Restaurierung einer Orgel gebraucht wird: Material, Werkzeug und Maschinen. Naturmaterialien wie Holz und Leder besitzen eine große Nachhaltigkeit. „Die alte Orgel, hier in der Werkstatt restauriert, hätte wieder hundert Jahre halten können, aber auch die neue Orgel kann so lange bestehen.“

Verschiedene Hölzer bestimmen die Klangfarbe der Töne: Kiefer und Fichte erzeugen dunkle, Eiche und Elsbeere harte und Birnbaum strahlende Töne.

Christoph Schindler erwähnt einen Ort in der Nähe Ostheims, Weimarschmieden. Hier gebe es eine Orgel von Ludwig Ratzmann, die kleiner, aber in dem Zustand, in dem das Dalherdaer Instrument einmal war, erhalten ist.

Ich fahre nach Weimarschmieden. Die Kapelle mit Fachwerk und doppelreihigen Fenstern, im Jahre 1804 erbaut, ist geschlossen, aber eine freundliche Frau in der Nachbarschaft hat den Schlüssel und ist bereit, mir die Tür zu öffnen. Ich freue mich, die kleine Orgel in dem hellen Raum zu sehen. Das dunkelbraune Holz erinnert mich an das Bild des orgelspielenden Engels.

 

Am 3. September 2022 um 19:00 Uhr ist die Dalherdaer Orgel zu hören in einem Konzert mit Jan Polívka aus Poppenhausen.

 

UNERWARTETE TÖNE

Orgel, Trompete, Rezitation und Film

 

Die Eintrittskarten kosten 5 Euro.

Kartenvorverkauf und Reservierung ab 15. August 2022:

Fa. Hermann Ochs, Hauptstraße 56, Hettenhausen, Telefon +49 (0) 6656 363

Franziska Zinn, Dalherda, Telefon +49 (0) 6656 911733

Das Konzert wird gefördert vom

 

(Edzard Krückeberg)