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in der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche Sankt Georg in Hettenhausen.

 

 

Lassen Sie sich einladen, unsere Kirche etwas näher kennen zu lernen.

 

 

 

Die Pfarrkirche Sankt Georg ist ein stattlicher Sandstein-Quaderbau in neuromanischen Formen aus den Jahren 1878-1879.

An das Schiff von fünf Fensterachsen mit profiliertem Hauptgesims schließt sich nach Osten eine halbrunde Apsis mit Rundbogenfries an.

Der dreigeschossige Glockenturm ist an der Westseite vorgestellt und wird von zwei dreiseitigen Treppentürmchen flankiert.

 

 

 

Die Geschichte des Dorfes Hettenhausen reicht bis in das Jahr 956 zurück. Es ist eines der ältesten Dörfer des Landkreises Fulda.

1453 wurde erstmals eine Kirche urkundlich erwähnt; sie gehörte damals unter das würzburgische Archidiakonat Karlstadt. Das Patronat stand dem ältesten Glied des Geschlechtes derer von Ebersburg, genannt von Weyhers, zu.

Im Jahre 1546, noch zu Lebzeiten Luthers, wurde in Hettenhausen die Reformation eingeführt. Der evangelische Prädikant Marcus Sebander zog am 5. April 1546 mit Frau und Kindern in das Pfarrhaus ein und wirkte in Hettenhausen im Sinne der neuen lutherischen Lehre.

Ein halbes Jahrhundert später kam es im Jahre 1606 unter Fürstabt Johann Bernhard Schenk zu Schweinsberg zur Gegenreformation. Trotz Protesten derer von Ebersburg und gegen den Willen der Bevölkerung wurde der katholische Glaube wieder durchgesetzt. So wurden am 15. September 1624 die Kirche und die Pfarrei überfallen und der amtierende Pfarrer nach Gersfeld vertrieben.

Während des 30-jährigen Krieges brach im Jahre 1637 in Hettenhausen eine gewaltige Feuersbrunst aus. Das Gotteshaus sowie große Teile des Dorfes wurden zerstört. Weil das Geld zum Wiederaufbau fehlte, musste der Gottesdienst im Freien abgehalten werden. Nach Ende des Krieges führten die Herren derer von Ebersburg den evangelischen Glauben wieder ein.

Die Dorfbewohner begannen, aus der Ruine des abgebrannten Gotteshauses ein neues, eher behelfsmäßiges Kirchlein zu errichten, das 1650 fertig gestellt wurde. Der Turm, er steht heute noch so, wurde erst 1661 fertig.

 

Die kleine Kirche mitten im Dorf

 

Die kleine Kirche besaß damals noch keine Glocken; die Gemeinde wurde mit dem Horn zum Gottesdienst gerufen. Erst 1663 erhielt sie ihre erste Glocke, das Gewicht betrug ohne Joch und Klöppel 87 Kilogramm und kostete 53 Reichstaler (* 4.200 €).

Heute (seit Dezember 1925) hängt im Turm ein Dreigeläut aus Stahl mit den Schlagtönen f, gis und b. Auf den Flanken tragen sie die Inschriften

1. „EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE !“
2. „FRIEDE AUF ERDEN !“ und
3. „DEN MENSCHEN EIN WOHLGEFALLEN !“.

 

Da das Kirchlein rasch baufällig wurde und ohnehin zu klein war, wollte Pfarrer Jakob Karl Römheld um 1780 eine neue Kirche bauen. Dieses Vorhaben konnte aber angesichts der herrschenden Armut nicht umgesetzt werden. Während der späteren Amtszeit von Pfarrer von Stark entstand ein Modell für den Umbau, das aber vom Kirchenvorstand verworfen wurde. Erst im Mai 1878 unter Pfarrer Herman Denhardt entschlossen sich die Dorfbewohner zum Abriss des alten Gebäudes und zum Neubau.

Das alte Kirchenschiff schloss sich nach Westen an den Turm an, und der Neubau wurde nach Osten an den bereits vorhandenen Turm ausgerichtet. Da das gesamte Kirchenvermögen damals nur 100 Gulden (* 8.000 €) betrug, musste jeder Bewohner von Hettenhausen und Dalherda einen halben Gulden (* 40 €), die Armen einen viertel Gulden (* 20 €), beisteuern. Der ortsansässige Zimmermann Peter Schneider wurde mit dem Bau der Kirche beauftragt. Sein Lohn betrug 16 Taler (* 2.000 €) und freie Kost. Der Bau konnte im September 1879 abgeschlossen und die Kirche eingeweiht werden. Dabei wurde der Name Sankt Georgs-Kirche beibehalten.

 

 

Der Innenraum der Kirche ist ein Saal mit flacher Holzdecke und rundem Chorbogen. Der umlaufende Spruch unterhalb der Decke ist eines der wenigen Schmuckelemente der ansonsten bewusst schlicht gehaltenen Innenausstattung.

 

 

 

Der Tischaltar aus Sandstein steht auf vier Säulen mit Würfelkapitellen und stammt, wie auch der Taufstein, aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Das Zitat im Altarraum aus dem Johannesevangelium 1, 14+16 ist erst nach der Renovierung der Kirche 1979 hinzugekommen.

 

 

 

Der Taufstein, ebenfalls aus Sandstein und von einem hiesigen Steinmetz im Jahre 1870 gearbeitet, wurde achteckig gestaltet. Die Zahl „Acht“ bedeutet in der Bibel immer den Beginn von Neuem.

 

 

 

 

Besonders sehenswert ist die undatierte, holzgeschnitzte Kreuzigungsgruppe. Sie wurde aus der ersten Kirche herüber gerettet. Vermutlich ist sie eine Arbeit aus der Region und zeigt das handwerkliche Können der Rhönbevölkerung, die über Jahrhunderte mit Holzschnitzarbeiten ihren Unterhalt verdiente. Das Knorpelelement spricht für die Zeit nach dem 30-jährigen Krieg (1651 ?). Die Figuren unter dem Kreuz zeigen Maria und Johannes.

 

 

 

Erwähnenswert ist auch der große, schmiedeeiserne Kerzenständer unter der Kreuzigungsgruppe, der einen Lebensbaum darstellt und im Jahr 2003 dort seinen Platz gefunden hat.

 

In der alten Kirche wurde der Gemeindegesang 100 Jahre lang von einer Orgel aus dem Jahre 1678 begleitet. Sie kostete damals 75 Gulden (* 6.000 €). Dann musste sie Ende des 18. Jahrhunderts einer neuen und besseren weichen, die 90 Taler (* 11.000 €) kostete. Die jetzige Orgel stammt aus der Orgelbauanstalt Adam Eifert aus Stadtilm. Heute kostet eine Orgel dieser Größe weit über 100.000 €.

 

 

Hier endet unser virtueller Rundgang durch die Ev.-Luth. Pfarrkirche St. Georg in Hettenhausen. Wir hoffen, dass Ihnen unsere Kirche und der kleine geschichtliche Exkurs gefallen haben und würden uns freuen, Sie auch persönlich zu einem Besuch oder Gottesdienst begrüßen zu dürfen. Sie sind herzlich eingeladen!

 

 


* Im Text befinden sich einige Münzangaben. So hatte um 1700 ein Gulden eine vergleichbare Kaufkraft von ca. 80 €. Ein Taler hatte den Wert von ca. 1,5 Gulden.